Debian 6 für einen Server installieren

Holen Sie sich zunächst Debian auf der Website debian.org. Dort können Sie ISO-Dateien herunterladen, die Sie mit wenig Aufwand auf eine CD oder DVD brennen können. Wenn Sie vorhaben, Debian in einer virtuellen Maschine zu installieren (virtuelle Maschinen mit ESXi oder Virtual Box) müssen Sie die ISO-Datei nicht brennen, Sie können sie in das virtuelle Laufwerk einhängen.

Bei debian.org werden verschiedene Varianten für verschiedene Computerarchitekturen angeboten. In den meisten Fällen soll Debian auf x86-Maschinen installiert werden. Wenn Ihr Server sogar die x64-Erweiterung beherrscht (x86-64), sollten Sie die 64-Bit-Variante wählen.

Außerdem gibt es alle Varianten als Netzwerkinstallations-CD. Diese ISOs enthalten nur die Dateien, die zum Booten und zum Starten der Installation notwendig sind. Alle weiteren Dateien werden aus dem Internet heruntergeladen. Diese Netzwerkinstallations-CDs sind perfekt, wenn Sie nur eine Mininmalinstallation planen. Damit diese Installationsmethode funktioniert, ist unbedingt eine Internetverbindung erforderlich.

Los geht’s! Wenn das Booten von der DVD oder der ISO-Datei klappt, sehen Sie einen Willkommensbildschirm. Wählen Sie hier einfach “Install” aus und drücken Sie die Eingabetaste.

Hinweis: Mit der Eingabetaste wählen Sie im Laufe der Installation die markierte Option aus. Mit den Pfeiltasten oder mit der Tabulatortaste wechseln Sie zwischen aktivierbaren Eingabefeldern und Schaltflächen.

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Die Installation beginnt mit der Auswahl der Installationssprache:

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Geben Sie dann einen Standort an:

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… und auch das Tastaturlayout:

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Danach führt die Installationsroutine eine Hardwareerkennung durch und lädt weitere Komponenten. Normalerweise dauern diese Aktionen nur wenige Sekunden und Sie sollten in Kürze mit der Netzwerkeinrichtung fortfahren können.

Netzwerk einrichten

Hierfür müssen Sie im ersten Schritt einen Rechnernamen vergeben.

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Danach wird die Eingabe der Domäne verlangt. Diese besteht typischerweise aus einem Namen und einer Top-Level-Domain.

Wenn Sie einen über das Internet erreichbaren Server einrichten, geben Sie die Domain an, die dem Server zugeordnet wird. Für Firmennetzwerke verwenden Sie am besten den Domänennamen Ihrer Firma (zum Beispiel firma.intranet). In Heimnetzwerken ist es egal, was Sie eingeben.

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root und Benutzer einrichten

Anschließend legen Sie das root-Kennwort fest. root ist der Benutzer, der alle Rechte auf dem neuen System haben wird. Sie sollten das Kennwort für diesen Benutzer daher spätestens nach Abschluss der Installation in ein sicheres (also länger, Buchstaben und Zahlen) ändern.

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Bestätigen Sie in einem zweiten Schritt das Kennwort, indem Sie es erneut eingeben.

Jetzt wird noch ein Benutzerkonto angelegt, dessen Namen Sie selbst festlegen können. Hierzu gehört der vollständige Name – das können der Vor- und Nachname sein – sowie der Benutzername. Letzerer wird verwendet, um sich am System anzumelden und wird meistens klein geschrieben.

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Vergeben Sie auch für den Benutzer ein Kennwort.

Festplatten partitionieren

Nachdem Sie die Benutzerkonteneinrichtung abgeschlossen haben, beginnt die Einrichtung der Festplatten. Im Beispiel soll eine Festplatte für alle Daten genutzt werden; das wäre die Option “Geführt – vollständige Festplatte verwenden”.

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Wählen Sie die Festplatte, die partitioniert werden soll. Wenn nur eine vorhanden ist, drücken Sie einfach die Eingabetaste.

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Jetzt wird festgelegt, wie partitioniert werden soll. In den meisten Fällen sollen sich alle Daten auf derselben Partition befinden. Sie können aber auch nur für das /home-Verzeichnis oder für /home, /usr, /var und /tmp eigene Partitionen anlegen, dann müssen Sie aber festlegen, wie groß diese im Einzelnen werden sollen. Wenn Sie das nicht wissen oder Sie flexibel bleiben möchten, empfiehlt sich die erste Option.

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Bei der Auswahl einer der letzten beiden Optionen legt die Installationsroutine sehr große Partitionen für /home an. Das ist für Arbeitsstationen sinnvoll, für Server aber weniger, weil hier die meisten Daten in den Verzeichnissen /var und /usr landen werden.

Bestätigen Sie, dass die Änderungen auf die Festplatte geschrieben werden sollen.

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Danach werden die Partitionen geschrieben und formatiert, was eine Weile dauern kann. Anschließend wird das Grundsystem installiert. Darauf aufbauend können hinterher weitere Komponenten (zum Beispiel für Desktop-Rechner oder Server) installiert werden.

Hierfür verwendet Debian den Paketmanager apt, der zu installierende Dateien von sogenannten Spiegelservern (Mirrors) holt. Dieser Mirror sollte aus Performancegründen in der Nähe liegen, geben Sie deshalb das Land an, in dem Sie sich befinden…

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… und wählen Sie dann einen Spiegelserver:

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Falls Sie einen Proxy verwenden, können Sie anschließend die notwendigen Daten im angegebenen Format eingeben. Wenn Sie keinen Proxy benötigen, drücken Sie einfach die Eingabetaste.

apt beginnt jetzt mit dem Update der Quellen, um auflisten zu können, was installiert werden kann; es wird nachgefragt, ob die von Ihnen installierten Pakete zwecks Statistik erfasst werden dürfen (wählen Sie Ja oder Nein) und endlich gelangen Sie zum wichtigsten Schritt der Installation:

Softwareauswahl

Da wir hier einen Server einrichten möchten, muss unbedingt der SSH-Server installiert werden. Dieser Dienst ist erforderlich, damit Sie sich später mit Ihrem Server verbinden können. Es wäre ja unpraktisch, jedes Mal direkt am Server Bildschirm und Tastatur anzuschließen und dort zu arbeiten.

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Bewegen Sie den Cursor mit den Pfeiltasten zu den gewünschten Komponenten und drücken Sie zum Auswählen die Leertaste. Drücken Sie Tabulator und die Eingabetaste, um diese Komponenten zu installieren.

Bei Verwendung der Netinst-CD müssen die übrigen Softwarepakete noch abgeholt werden, was je nach Verbindung eine Weile dauern kann.

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Wenn die Pakete installiert sind, muss der GRUB-Bootloader in den Master Boot Record der Festplatte installiert werden, damit Debian auch gebootet werden kann.

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Dies war der letzte Installationsschritt. Entfernen Sie die CD oder DVD aus dem Laufwerk oder hängen Sie das ISO aus und bestätigen Sie mit der Eingabetaste.

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Jetzt wird Ihr neu installiertes Debian das erste Mal gestartet und Sie können sich per SSH mit dem Rechner verbinden oder über die Konsole weitere Komponenten installieren und einrichten.

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Ein Gedanke zu „Debian 6 für einen Server installieren

  1. Ich arbeite bei einem großen Hersteller von Server und PC-Hardware. Ich denke, diese Anleitung ist sehr hilfreich, gerade für diejenigen, die noch nicht so routiniert sind – und für unsere Kollegen aus dem Windows-Lager ebenfalls 😀

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